Hebet el-Nil arabische Community school

Bei den auf dem Westufer von Luxor lebenden Familien herrscht hoher Bedarf an angemessenen Schulmöglichkeiten. Das staatliche Schulsystem deckt bisher lediglich ca. 30% des Bedarfs an Schulplätzen und entspricht qualitativ nicht den Anforderungen eines Landes, das bei hoher Jugendarbeitslosigkeit und zunehmend junger Bevölkerung vor enormen Herausforderungen für die Zukunft steht.

Das Leitbild: Verantwortung – Nachhaltigkeit

Zwei grundlegende Ziele, die auf allen Ebenen wirksam sein werden – auf der pädagogischen, der sozialen, der wissenschaftlichen wie in der Verwaltung.
Eine enge Zusammenarbeit des Schulkollegiums mit den Eltern und den örtlichen Behörden soll in allen Arbeitsfeldern besonders gepflegt werden.

Die Mitglieder des Lehrerkollegiums werden eine ständige Weiterbildung in allen Bereichen des Erziehungsprozesses erhalten. Besondere Beachtung wird der Beobachtung und Berücksichtigung der individuellen Möglichkeiten, Begabungen und Erfordernisse jedes Schülers gewidmet.

Vom Kindergarten an ist es unser Ziel, die Erziehung der Jungens und Mädchen auf eine aktive und verantwortungsvolle Mitwirkung im sozialen Leben auszurichten. Bewusstseinsbildung für die Umwelt und ihre Problematik ist im gegenwärtigen Ägypten von höchster Dringlichkeit und wird uns ein besonderes Anliegen sein, wofür alle sich bietenden Gelegenheiten genutzt werden sollen und den Kindern Raum für eigene Ideen gegeben wird.

Auf Grundlage der örtlichen Gegebenheiten einer überwiegend ländlichen Gemeinde lernen die Schüler, die sie umgebende Natur zu erhalten, wie auch die gesellschaftlichen Herausforderungen der heutigen Welt wahrzunehmen und aufzugreifen.

Mit fortschreitendem Alter sollen sie über den Erwerb einer soliden Wissensgrundlage hinaus Verantwortung für das eigene Handeln wie auch für Andere übernehmen.

Pädagogischer Rahmen

Die Hebet el-Nil Schule wird im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften des ägyptischen Erziehungsministeriums errichtet. Soweit möglich werden Element Methoden der Waldorfpädagogik einbezogen, wie sie im Katalog der UNESCO-Waldorf Ausstellung* von 1984 dokumentiert sind.

Folgende Punkte sind dabei von besonderer Bedeutung:

Ein Klassenlehrer begleitet seine Schüler von der ersten Klasse an über mindestens sechs Jahre, um eine gute Lehrer-Schüler Beziehung zu gewährleisten. Er unterrichtet die Hauptfächer im ständigen Rhythmus von zwei täglichen Unterrichtsstunden im Wechsel von zwei- bis vierwöchigen Epochen für jedes der Grundfächer (Arabisch, Mathematik, Geschichte, Erdkunde, Naturwissenschaft – entsprechend der jeweiligen Altersstufe). Auf diesen „Hauptunterricht“ folgen Fächer, die der fortlaufenden Übung bedürfen, wie Fremdsprachen, Musik, Kunst und Werken, Sport, Umgang mit Büchern, Gärtnern (siehe Anlage).
In der Oberstufe gibt es weiterhin die Hauptunterrichtsepochen; Fachlehrer setzen die Arbeit des Klassenlehrers auf einer höheren Ebene fort.
In einer Welt, in der Sachwissen jederzeit leicht zugänglich ist, wird sich unser Unterricht auf ein vertieftes Verständnis, eigenständigen Umgang mit Wissen und praktische Anwendung richten.
Kunst und Handwerk bilden über die gesamte Schulzeit einen festen Bestandteil des Lehrplans.
Englisch als Zweitsprache wird von der ersten Klasse an unterrichtet.

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*https://www.freunde-waldorf.de/en/the-friends/publications/exhibition/